Burnout: Warum Urlaub auch nichts bringt
- katharina-bergmann
- 26. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. März
Viel gearbeitet, wochenlang auf den Urlaub hingefiebert und sich wirklich Zeit genommen:
Handy aus (ja, wirklich!!), per E-Mail nicht erreichbar und dann diese griechische Insel – nur mit dem Partner.
Und dann das: Erschöpfung hoch zehn, körperliche Symptome, Unlust, Grübeln, Sinnlosigkeit und starke innere Unruhe.
Oje. Was soll das? Urlaub sollte doch erholsam sein.
Kennen Sie das? Dann sind Sie damit nicht allein.
Burnout ist keine Diagnose, wird aber oft als Vorstufe einer beginnenden Depression oder Angststörung erlebt. Ausgelöst durch zu hohe Belastung – im Job, in der Partnerschaft, in der Pflege, im Studium, ja sogar schon in der Schule. Burnout kennt kein Alter.
Warum kommen die Symptome oft erst in der Stille?
Weil wir dann wirklich hinhören. Weil nichts mehr da ist, was uns flutet oder ablenkt.
Manchmal treten diese Symptome sogar erst dann auf, wenn wir äußerlich in besonders sicheren Lebensphasen sind. Und so ist es oft: Urlaub macht sichtbar, was schon länger da ist. Genau dann geht es uns psychisch schlechter, obwohl wir erwarten, dass es uns besser geht – und diese Erwartungshaltung verschärft den inneren Druck noch zusätzlich.
Mein Plädoyer:
Erstens: Es braucht im Alltag eine tragfähige Struktur, die nicht dauerhaft überfordert. Kleine Mini-Inseln der Entspannung sozusagen. Jeden Tag. Mehrmals am Tag.
So kann unser Nervensystem ein gesundes Pendeln lernen zwischen Anspannung und Entspannung.
Ich empfehle: mehrmals täglich bewusst AUSatmen (nicht ein!) und den Körper sinken lassen. Viele kleine Pausen am Tag sind nachweislich wirksamer als eine große.
Wichtig ist außerdem eine klare Pause und ein Signal an den Körper, wenn der Feierabend beginnt. Geeignet sind zum Beispiel Yin Yoga, ein entspannter Spaziergang, Duschen oder neurogenes Zittern.
Zweitens: Erschöpfungsgefühle im Alltag nicht verdrängen, sondern „mitnehmen“. Sich ihrer bewusst sein – auch im Meeting, auch bei der Arbeit.
Vielleicht hilft dabei ein inneres Mantra:
„Ich darf erschöpft sein.“
So entsteht eine stärkere Verbindung zu sich selbst. Grenzen werden früher spürbar, Gegensteuern wird möglich – und Urlaub kann irgendwann wieder symptomfrei oder zumindest symptomarm erlebt werden.
Alles Gute!
Ihre Katharina Bergmann




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